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Ein Abend zusammen mit bayrischen Topographen

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Am Dienstag, den 7. Mai 2019 um 18:30 Uhr haben sich in München die bayrischen Vermesser des VDV – Verein Deutscher Vermessungsingenieure – im Gasthof Siebenbrunn bei Thalkirchen getroffen. Die Mitglieder des VDV in Bayern, derzeit 418, sind in ganz Deutschland über 6.500. Der Bezirk München des VDV zählt derzeit 230 Mitglieder, am Treffen in Thalkirchen waren etwas mehr als zwanzig Kollegen zugegen. Vergleichen wir Bayern, 70.500 km² mit 13 Millionen Einwohnern, mit Trentino-Südtirol, 13.607 km² und 1,07 Millionen, dann ist die Topographenvereinigung in unsrer Region numerisch fast gleich wie die in Bayern. Anders als in Bayern sind die Mitglieder der TPG – Topographenvereinigung Trentino-Südtirol, im Augenblick etwas über dreißig, ausschließlich  freiberufliche Techniker. Im VDV hingegen gibt es auch Vermesser, welche beim Kataster, bei Firmen, bei Technischen Büros und auch an den Universitäten tätig sind. Es wäre auch bei uns in Trentino-Südtirol interessant, wenn Geometer des Katasters, oder Firmenangestellte sich bei der TPG als sympathisierende Mitglieder einschreiben und so mithelfen könnten, das Berufsbild des Geometers in unsrer Region zu stärken.

Serata con i topografi bavaresi

EIN ABEND ZUSAMMEN MIT BAYRISCHEN TOPOGRAPHEN

Der VDV Bezirk München organisiert jedes Jahr drei bis vier Treffen (Stammtisch), die nächsten sind für den 11. September und 14. November vorgesehen, wo Geometer über ihre Arbeit sprechen, Erfahrungen austauschen und natürlich ein gutes bayrisches Bier genießen können. Noch dazu werden von Zeit zu Zeit sehr interessante technische Exkursionen organisiert. Ich hatte im vergangenen Jahr die Möglichkeit an einer Exkursion auf die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg an der Grenze zu Österreich 2.962 m hoch, teilzunehmen. Hier besuchten wir die Forschungseinrichtungen beim Schneefernerhaus und einen Tunnel, in welchem regelmäßige Permafrost Kontrollen stattfinden. Es gab auch einen ausführlichen Vortrag über Vermessungsarbeiten zur neuen Zugspitzseilbahn. Ein andrer Besuch führte uns ins geodätische Labor  der UniBw in Neubiberg, in der Nähe von München. Beide Exkursionen haben mir sehr gut gefallen.

Serata con i topografi bavaresi
Serata con i topografi bavaresi

Am Beginn des Abends, gegen 19:00, hielt Frau Mandana Moshrefzadeh, von der TUM Technische Universität München, ich nehme an sie ist Iranerin, einen Vortrag über Smart Cities. Was versteht man unter Smart Cities und was haben sie mit Geodäsie zu tun? Es gibt verschiedene Definitionen was man unter Smart Cities versteht, verschiedene Länderauffassungen oder Fachbereiche. Denken wir mal wir möchten, verschiedene größere Städte wie Mailand, Singapur, San Francisco, Rom, St. Petersburg oder Shanghai, vergleichen wobei wir Energieverbrauch, Mobilität, Umwelt, Steuern, Mietpreise usw. ansehen, dann könnten wir die verschiedenen Unterschiede begutachten. Die geodätische Wissenschaft,  mit Fotogrammetrie und 3D Techniken, will den Politikern Instrumente liefern, damit diese die Lebensqualität Ihrer Städte im Interesse der Bürger verbessern können. Eine Smart City ist eine Stadt in der alles funktioniert, wo der Bürger sich wohlfühlt und wo er leben möchte. Es scheint,  dass derzeit Wien im internationalen Vergleich Smart City Nr. 1  sein dürfte. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde eine Stadt gemäß den Kriterien einer Smart City gebaut, nur schade, dass niemand dorthin geht, um dort zu leben. Warum? Weil herausgekommen ist, dass eine Smart City, wo Energie gespart wird, wo elektrische Teslawagen rumfahren, wo Umweltschutz großgeschrieben wird, wo alles funktioniert, zu teuer ist und nur wenige es sich erlauben können, dort zu wohnen. In Deutschland möchten viele Menschen in München wohnen, nur die Mieten sind sehr hoch. Das gleiche passiert in andren deutschen Städten. In Hamburg und Berlin gab es schon viele Bürgerproteste auf den Straßen, weil die Menschen nicht mehr imstande sind, die überhöhten Mieten zu bezahlen. Das Problem ist sehr aktuell nicht nur in Deutschland, Lebensqualität ist sehr gefragt und wird die Wissenschaft weiterhin sehr beschäftigen. 3D Stadtmodelle und Sensortechnologien werden immer mehr die Basis für Smart City Lösungen bilden. Auf der diesjährigen INTERGEO 2019, der größten geodätischen Fachmesse der Welt, in Stuttgart kann man sich vom 17.-19. September ausführlich über die Plattform Smart City Solutions informieren.
Der VDV Bezirk München hat gute Beziehungen zu den Universitäten. Auch ist ein Stammtisch in München leicht machbar, weil die Mobilität mit Bus, S-Bahn, U-Bahn, Fahrradwege vorzüglich ist. Dies ist in Trentino-Südtirol nicht der Fall. Auch die Organisierung einer Versammlung in Bozen oder Trient ist schwierig. Man denke an einen Kollegen der von Bruneck nach Trient muss oder von Borgo Valsugana nach Schlanders, dazu braucht man fast einen halben Tag. Es wäre wünschenswert, wenn man auch bei uns Beziehungen mit den Universitäten in Bozen und Trient knüpfen würde, um Topographen und Geometern interessante geodätische Vorträge bieten zu können.
Nach dem Vortrag gab die Vorsitzende des VDV Bezirks München, Frau Lisa Knopp, das Wort an den Landesvorsitzenden des VDV Bayern, Herrn Frank Pöhlmann, der eigens aus Würzburg angereist war, welcher den Teilnehmern seinen Gruß überbrachte. Es folgte die offizielle Mitgliederversammlung wobei der Vorstand, der Schatzmeister und die Rechnungsrevisoren gewählt wurden. Ein Mitglied wurde wegen seiner 40jährigen Mitgliedsschaft geehrt. Den Abschluss des Abends bildete eine urige bayrische Brotzeit, welche mit Bier aber auch an-alkoholischen Getränken begossen wurde. Es war ein schöner Abend, ich hoffe auch im September dabei sein zu dürfen.

Serata con i topografi bavaresi
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